Im virtuellen Raum ist wieder mal eine Flensburger Firma in der Mission der Abzockerei unterwegs. Diesmal geht es um ein Postfach fürs Handy, ein ziemlich teures.
Mit einer SMS geht es los. Tausende Handybesitzer in Deutschland empfingen nach Informationen des Verbraucherschutzes eine als privat gekennzeichnete SMS, die wegen Überlänge nicht auf den internen Speicher des mobilen Gerätes passe. Teil dieser Nachricht sind ein Nummerncode und ein Link zu einer Internet-Seite, wo sich die Botschaft bei Eingabe des Codes abrufen lässt. Das Dumme ist nur. Es gibt gar keine private Nachricht. Es gibt nach 14 Tagen eine Rechnung der Flensburger “FairMedia” über 108 Euro.
Was die Eiligen unter den Neugierigen oftmals übersehen: Indem sie sich bei beim FairMedia-Dienst “HandyPost” einloggen, schließen sie einen Vertrag, der ihnen über zwei Jahre ein Postfach für ihr Handy zusichert. Davon lassen sich angeblich Musikdateien, Videofilme und allerlei andere Datenpakete parken, um sie von dort an Freunde und Bekannte zu verschicken. Das mag dem einen oder anderen ganz praktisch erscheinen – Verbraucherschützer freilich halten die Geschäftsanbahnung für unseriös. “Es ist stark zu bezweifeln, dass diese Verträge rechtmäßig sind”, sagt Verbraucher-Anwalt Dr. Weta aus Kiel.
Nach Erkenntnissen des Verbraucherschutzes stammen die angewählten Telefonnummern von professionellen Datenverkäufern. Sparsamere Abzocker installieren aber auch gerne vollautomatische Dial-Programme, die nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum in den diversen Mobilnetzen Telefonnummern erfinden. “Kommt ein Anruf durch, ist also eine existente Rufnummer generiert worden, setzt das Programm die SMS ab, und das war’s” sagt Weta. “Die formalen Anforderungen des Gesetzes seien bei dem dann in Gang kommenden Vertrag ohne Zweifel nicht erfüllt.” Wer in die Flensburger Falle getappt ist, das ist sein Rat, sollte nicht zahlen und das Widerspruchs Formblatt benutzen, das der Verbraucherverein für solche Fälle im Internet zum Download bereit hält.






