Archive for November, 2009

Gegen Entgelt Ruhe vor Telefonterror?

Posted by stucki On November - 17 - 2009

Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor Verträgen mit vermeintlichen Verbraucherschützern

“Mehrere Verbraucher beschwerten sich in den letzten Tagen bei uns über Anrufe von Mitarbeitern der Verbraucherzentrale, bei denen zum Schutz gegen unerlaubte Telefonwerbung kostenpflichtige Verträge angeboten wurden”, so Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen. Gegen Überweisung eines bestimmten Geldbetrages soll angeblich dafür gesorgt werden, dass man in eine Werbesperrliste eingetragen wird und keine unerlaubten Werbeanrufe mehr erhält.

“Wir gehen natürlich weder durch Anrufe noch durch persönliche Anschreiben auf Verbraucher zu, um sie zum Abschluss von Verträgen zu bewegen. Wir arbeiten auch nicht mit Unternehmen zusammen, die solche zweifelhaften Versprechen machen. Wer hier vorgibt, das Gesetz gegen unerlaubte Werbeanrufe durchsetzen zu wollen, hält sich selber nicht daran”, so Dittrich.

Die Vorgehensweise ist einfach aber geschickt. Sie besteht darin, zu den durch zahllose unerwünschte Anrufe bereits genervten Verbrauchern einerseits durch die Vorgabe, im Auftrage des Verbraucherschutzes tätig zu sein, und andererseits durch die nicht unterdrückte Rufnummer zunächst ein gewisses Vertrauensverhältnis herzustellen. Auffällig ist dabei ganz aktuell die zwar angezeigte, aber schwer nachzuverfolgende Telefonnummer 032223323987 – weil sie keinen regionalen Bezug hat.

Grundsätzlich können Verbraucher unerlaubte Anrufe der Bundesnetzagentur mitteilen. Unter www.bundesnetzagentur.de ist ein Formular zu finden, in welches die für eine Verfolgung der unerlaubten Werbeanrufer erforderlichen Informationen und Daten eingetragen werden können. Das Formular ist auch bei der Verbraucherzentrale Sachsen erhältlich.

Wer einem Vertrag am Telefon bereits zugestimmt hat, kann sich auch bei der Verbraucherzentrale Sachsen persönlich oder am Beratungstelefon beraten lassen (0900-1-797777; 1,24 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise ggf. abweichend, immer montags, mittwochs und donnerstags von 9 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr).


Durchsuchungen wegen gewerbsmäßigen Betruges

Posted by stucki On November - 17 - 2009

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führt ein Verfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges und Beihilfe zu dieser Straftat gegen insgesamt 12 Beschuldigte aus dem gesamten Bundesgebiet.

Es besteht der Verdacht, dass mit Betrugsabsicht ausgerichtete SMS – Chats unterhalten wurden. Auf unterschiedliche Art und Weise wurde Kontakt über die Einschaltung sogenannter “Chat-Animateure” zu potentiellen Opfern aufgenommen. Diese “Chat – Animateure” agieren unter Vorspiegelung falscher Identitäten oder Vorspiegelung der Möglichkeit eines realen Treffens, um auf diese Weise die Geschädigten/Opfer zum Versand von SMS unter Verwendung von kostenpflichtigen Premiumrufnummern (jeweils 1,99 €/min.) zu veranlassen.

Aufgrund eines bestehenden Haftbefehls wurde ein 30-jähriger Mann aus dem Raum Seesen festgenommen. Er befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen, die von der Zentralen Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Braunschweig geführt werden, wird die Gesamtschadenshöhe auf fünf Millionen Euro geschätzt.

Bei den Durchsuchungen in den letzten Wochen, an insgesamt 19 Objekten in 9 Bundesländern, waren etwa 150 Polizeibeamte beteiligt.

Hubert Einfalt – unseriöse Gewinnmitteilungen

Posted by stucki On November - 16 - 2009

Friedrich Müller und Hubert Einfalt bedrängen Verbraucher mit unseriösen Gewinnmitteilungen

Massiv bedrängt werden zur Zeit saarländische Verbraucher von der Firma Friedrich Müller und deren Juror Hubert Einfalt. Einerseits erweckt die Firma in sieben Gewinnmitteilungen innerhalb von 7 Wochen den Eindruck, man habe eine hohe Bargeldsumme gewonnen, z.B. 13.000,- €. Um das Geld überreicht zu bekommen, brauche man nur kurzfristig anzurufen – eine 0900er Nummer zu 1,99 € pro Minute aus dem dt. Festnetz. Andererseits ist jedes Mal in den Teilnahmebedingungen oder an anderer Stelle hervorgehoben, dass man nicht bereits gewonnen hat, sondern nur die Chance eingeräumt bekommt, zu gewinnen.

Die Verbraucherzentrale warnt eindringlich davor, der Versuchung zu erliegen, die teuren Telefonate zu führen. Unter den 7 Gewinnmitteilungen sind nämlich auch zweimal Sachpreise in Aussicht gestellt, die nach den bisherigen Erfahrungen der Verbraucherzentrale in vergleichbaren Fällen ausgegeben werden, sich aber als Nieten entpuppen: Reisen, die nicht gänzlich kostenlos sind.

Die Firma Friedrich Müller ist sozusagen ein alter Bekannter der Verbraucherzentralen, der seit Jahren unseriöse Gewinnmitteilungen verschickt. Da die Firma ihren Sitz in Österreich hat und auch dortige Verbraucher bedrängt, konnte sie von den österreichischen Konsumentenschützern schon einmal erfolgreich verklagt werden und musste Ende 2004 über 45.000,- € ausbezahlen. Die deutschen Verbraucherschützer sind bisher allerdings vor Gericht erfolglos geblieben, werden sich aber dennoch weiterhin bemühen, gegen Friedrich Müller vorzugehen. In der Zwischenzeit sieht die saarländische Verbraucherzentrale eine wichtige Aufgabe darin, gutgläubige Verbraucher davor zu warnen, teure Telefonate in der Hoffnung auf eine Gewinnauszahlung zu führen.

Beratung über Gewinnmitteilungen bietet die Verbraucherzentrale montags bis freitags von 8.30 Uhr – 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 0681 500890 an.

GEZ Telefon Faker unterwegs

Posted by stucki On November - 16 - 2009

Schon GEZahlt?

Das ist jetzt nicht mehr nötig – nach diesem Schema versuchen falsche GEZ-Mitarbeiter harmlose Rundfunkgebührenzahler auszunehmen. Vor diesen Betrügereien hat die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) jetzt gewarnt.

Zurzeit häuften sich in Deutschland Anrufe von angeblichen GEZ-Mitarbeitern, erläutert die Einrichtung in Köln. Dem Angerufenen werde zum Beispiel mitgeteilt, es gebe ein neues Gesetz, nach dem Rentner keine Rundfunkgebühren mehr zu zahlen hätten.

Anschließend werde nach der Bankverbindung gefragt – zu viel gezahlte Gebühren sollen den Anrufern zufolge überwiesen werden. Die Zentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Anrufe nicht von der GEZ kommen. Ein entsprechendes Gesetz gebe es nicht.

Außerdem klingelten derzeit keine Mitarbeiter der GEZ an der Haustür, um nach einer Befragung zur Zufriedenheit ein Zeitschriften-Abonnement anzubieten – auch solche Fälle häuften sich aktuell. Auch dabei seien Betrüger am Werk. Darauf weist auch die Verbraucherzentrale Berlin hin.

Zahl der Beschwerden stark gestiegen

Posted by stucki On November - 16 - 2009

Immer mehr Menschen beschweren sich über illegale Telefonwerbung und Abzocke mit teuren Nummern. Das berichtet die Bundesnetzagentur.

Schon seit Jahren wenden sich viele Opfer an die Bundesnetzagentur, wenn sie von Rufnummernmissbrauch und unerlaubter Telefonwerbung betroffen sind. Zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung erhielt die Behörde gerade erst neue gesetzliche Befugnisse.

Die Zahl der Beschwerden stieg allerdings auch schon vor den neuen Regelungen massiv an. Allein für den Monat Juli 2009 belief sich die Anzahl der eingegangenen schriftlichen Beschwerden auf über 10.000, berichtet die Bundesnetzagentur. Damit habe sich das Beschwerdeaufkommen im Vergleich zum Vormonat verdreifacht.

Mit rund 70 Prozent sind unerlaubte Werbeanrufe der Hauptanlass für die Verbraucherbeschwerden. Daneben betrafen die Beschwerden insbesondere fehlende und fehlerhafte Preisangaben und -ansagen sowie E-Mail- und Fax-Spam.

“Trotz des außerordentlich hohen Beschwerdeaufkommens und der sich anschließenden umfassenden Ermittlungsarbeiten ergreift die Bundesnetzagentur zeitnah Maßnahmen zum Schutz des Verbrauchers”, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Warnung vor „Telefongewinnspiel“

Posted by stucki On November - 15 - 2009

Ingrid Thiesen hat sich sehr gefreut. Die 57-Jährige fand in dieser Woche ein Schreiben in ihrem Briefkasten. Absender: „Das deutschlandweite Telefongewinnspiel“. Schriftart und Aufbau erinnern an einen Kundenbrief der Deutschen Telekom. „Ich kann Ihnen heute eine sehr erfreuliche Mitteilung machen“, schrieb ihr eine Hildegard Kunze vom Kundenservice. „Es wurde unter Aufsicht der Direktion, des Juroren und des Finanzbuchhalters aus Ihrem Vorwahlenbereich unter anderen auch Ihre Nummer gezogen.“

Und es kam gleich noch besser: „Dies wurde durch das Gewinn-Prüfungs-Komitee mehrfach durch Unterschriften beglaubigt und lässt keinen Zweifel mehr offen: Ihnen wurde ein Gewinn im Wert von 400 Euro zugeteilt“, heißt es in dem Schreiben weiter. Doch Thiesen war misstrauisch. „Mir kam das komisch vor, zumal ich ja O2-Kunde bin. Andererseits sind 400 Euro eine Menge Geld.“ Sie ging zur Verbraucherzentrale. „Ich dachte: Gehst du mal fragen.“

Deren Leiterin Elisabeth Elsner hat in den vergangenen Tagen viel Besuch wegen des deutschlandweiten Gewinnspiels bekommen. „Allein gestern meldeten sich 15 Leute, die das Schreiben erhalten haben“, sagt sie – und warnt. „Das ist Nepp. In dem Brief wird angekündigt, dass die Summe in einer nahegelegenen Zweigstelle überreicht wird – das Schreiben ist nichts anderes als eine Einladung zu einer verkappten Kaffeefahrt.“

Michael Waldhecker von der Bielefelder Polizei kommt der Text sehr bekannt vor – bereits vergangenen Sommer tauchten diese Schreiben in Westfalen auf. „Der versprochene Gewinn soll dabei auf den Preis angebotener und aller Wahrscheinlichkeit nach überteuerter Artikel angerechnet werden.“ Beim bloßen Versenden der Gewinnbenachrichtigung sei noch kein strafrechtlich relevantes Handeln zu erkennen.

Brief am besten wegwerfen!

Empfänger des Schreibens könnten sogar ihren Gewinn einklagen. Doch Elisabeth Elsner macht keine großen Hoffnungen. „Um den Gewinn einklagen zu können, benötigt man eine ladungsfähige Anschrift des Absenders.“ Doch beim vermeintlichen Telefongewinspiel ist bloß eine Essener Postfachadresse als Absender angegeben.

Elsners Rat: „Finger weg. Das Schreiben am besten sofort wegwerfen.“

Betrügerei per Telefon

Posted by stucki On November - 15 - 2009

In der Region treiben wieder einmal Betrüger ihr Unwesen. Ihr Masche: Per Telefon werden Gewinne versprochen um Kontodaten zu kriegen.

Seiner Aufmerksamkeit und seiner Vorsicht hat es ein Mann aus dem oberen Ennstal zu verdanken, dass ihm eine Menge Ärger und wohl auch ein ordentlicher finanzieller Verlust erspart geblieben sind. Er erhielt in dieser Woche einen Anruf mit unterdrückter Nummer.

Eine freundliche Dame am anderen Ende der Leitung erkundigte sich, ob er denn schon einmal bei einem Gewinnspiel mitgemacht habe. Nach positiver Antwort wurde es – vermeintlich – erfreulich: “Gratulation, sie haben 225 Euro gewonnen”, lautete die frohe Botschaft. Verbunden mit der Frage, auf welches Konto man denn den Gewinn überweisen dürfe. Beim aufmerksamen Ennstaler schrillten allerdings längst die Alarmglocken. “Mich hat schon die unterdrückte Nummer gestört, vor allem war es aber der Umstand, dass die meine Daten haben”, schildert er.

Seine Kontonummer habe er natürlich nicht bekannt gegeben, sondern statt dessen vorgeschlagen, den Gewinn doch per Postanweisung zu übermitteln. Davon wollte sein telefonisches Gegenüber allerdings nichts wissen. Das sei nur per Banktransfer möglich und dazu brauche man eben die Kontonummer.

Von dieser Hartnäckigkeit ließ sich das potenzielle Betrugsopfer allerdings nicht beirren. Er fragte nach der Telefonnummer um zurück rufen zu können – worauf auf der Gegenseite kurzerhand aufgelegt wurde.

Konsumentenschützer mahnen wegen der immer häufiger werdenden Betrugsversuche per Telefon zu größter Vorsicht. Sensible Daten wie Kontonummern, Kreditkartennummern oder ähnliches sollten auf keinen Fall leichtfertig weitergegeben werden.

Betrug per SMS – Was ist zu tun?

Posted by stucki On November - 13 - 2009

Was im Festnetz die 0900 Nummern sind, sind bei den Handys die Premium-SMS. Die reine Abzocke. Es gibt jedoch ein neues Urteil, dass den Verbraucher schützt!
Sie bekommen Ihr Geld zurück, wenn Sie betrogen wurden!

Der versteckte Vertrag bei unbekannter SMS

Es wird wohl schon jeder einmal eine seltsame SMS auf sein Handy bekommen haben, wie z.B. “Glückwunsch, Sie haben gewonnen.”, “Lange nichts von dir gehört, melde dich doch mal!” oder “Wir schützen Sie vor unseriöser Werbung…”.

Das Ziel ist immer, dass der Empfänger der SMS antwortet und dann unbemerkt auf eine teure Verbindung umgeleitet wird. Die Gebühren werden dann einfach mit Hilfe der Einzugsermächtigung, die der Netzbetreiber (z.B. D2 oder Eplus) mit dem Vertragsabschluss erhalten hat, eingezogen.

Wer die Rechnung nicht zahlt, weil man meint, nie einen Zusatzvertrag abgeschlossen zu haben, dem drohen bei unseriösen Anbietern dieser Premium-SMS ein Mahnverfahren.
Durchbrechendes Urteil

Der Verbraucher ist jetzt im Vorteil. Verbraucherschützer empfehlen jedoch bei unberechtigten Gebühren, diese von der Bank zurückbuchen zu lassen. Dies funktioniert allerdings nur dann ohne Probleme mit dem eigenen Netzbetreiber, wenn man gleichzeitig dessen Recht erhobene Gebühren manuell überweist. Ansonsten könnte die Handykarte gesperrt werden.

Die Rechtslage ist folgende: Solange der Anbieter keine Vertragsunterlagen zeigen will oder kann, muss der Kunde auch nichts bezahlen. (713 a C 256/05).
Der beste Schutz vor Betrug ist einfach nicht antworten!!

Die Kosten pro Premium-SMS können sich bis auf 5 Euro belaufen. Unter eine Premium-SMS fallen Klingeltöne, Sportnachrichten, Logos usw.

Folgendes sollten Sie beachten:

* Nie auf eine SMS mit unbekanntem Absender antworten.
* Jede SMS bis zum Schluss lesen, da sich die Preisangaben meist erst nach mehreren Leerzeichen befinden.
* Wer dennoch die Dienste in Anspruch nimmt, sollte sich unbedingt das Codewort zum Beenden des Abos aufschreiben.

Neue Runde – 0900 Abzocke

Posted by stucki On November - 13 - 2009

In Deutschland könnte eine neue Welle von Lockanrufen mit falschen Gewinnversprechen bevorstehen. Eine in Spanien registrierte Firma hat eine Reihe von 0900-Nummern registriert und bereits mit automatisierten Anrufen begonnen.

Bei so genannten Lockanrufen versprechen abgespielte Bandansagen Gewinne von beispielsweise “bis zu 3000 Euro”. Der vermeintliche Gewinner in spe wird aufgefordert eine 0900-Nummer anzurufen, um seinen Gewinn abzurufen. Wenn er diese Nummer anruft, hält ihn der Automat am anderen Ende der Leitung mit allerlei weitschweifigen Erklärungen und unnötigen Abfragen möglichst lange hin. Das wird teuer, denn der Anruf kostet bis zu drei Euro pro Minute. Von ausgezahlten Gewinnen hat man hingegen noch nichts gehört.

Die Masche ist nicht neu, scheint aber weiterhin hohe Einnahmen zu versprechen. Wie das Verbraucherschutzportal Computerbetrug.de berichtet, hat eine Firma mit Adresse auf Mallorca etliche 0900-Nummern zugeteilt bekommen. Dank einer Gesetzesänderung können die Betrüger sogar noch mehr kassieren als früher, denn noch Anfang dieses Jahres konnten sie nur bis maximal zwei Euro pro Minute in Rechnung stellen, inzwischen sind bis zu drei Euro möglich.
Die Täter verbergen sich hinter Briefkastenfirmen im Ausland, denn diese Art von Anrufen ist in Deutschland verboten. Wer solche Anrufe erhält oder sogar eine der 0900-Nummern angerufen hat, sollte sich alles genau notieren und Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen. Je mehr Betroffene sich dort melden, umso besser sind die Chancen, dass die angefallenen Telefongebühren nicht bezahlt werden müssen. Die Bundesnetzagentur kann die Rufnummern sperren und auch nachträglich ein Inkasso-Verbot verhängen.

Flirt-SMS-Abzocke

Posted by stucki On November - 12 - 2009

In dem Verfahren, das in der nächsten Woche fortgesetzt wird, sind drei Betreiber von SMS-Chats und deren Helfer wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs angeklagt. Sie sollen rund 700 000 Handy-Nutzer um etwa 46 Millionen Euro geschädigt haben. Drei von ihnen sitzen seit über zehn Monaten in Haft. Prozesse gegen weitere Beschuldigte sollen folgen.

Um erfolgreich zu sein, muss ein Animateur – so die Anweisungen, die bei Durchsuchungen in Call-Centern sichergestellt wurden – die Kunden mit falschen Profilen täuschen. „Ein erfolgreicher Animateur sind wir, wenn wir es schaffen, unseren Kunden eine Illusion zu verkaufen. Das erfordert, dass wir uns mit dem Profil, das der Kunde anschreibt, identifizieren, auf die Wünsche des Kunden eingehen und ihn davon überzeugen, dass wir (das Produkt seiner Begierde) auch den Preis der SMS wert sind.“

Fremdgänger, Geizhals, Skeptiker und Co.

Kunden werden dazu schamlos klassifiziert: Von „Typ 1 – Teenager – 13 bis Anfang 20 Jahre“ bis „Typ 8 – Stammkunde“. Ideales Opfer, so die Autoren, ist Typ 3: „Diesen Kunden kann man fast alles schreiben und – sie werden antworten – bis zu ihrem Ruin.“ Dieser Typ sei „der Minderbemittelte – Anfang 20 bis ca. 60 Jahre – alles, was auf anderem Wege keinen Partner finden würde – geistig Zurückgebliebene – Jungfrauen – körperlich Behinderte – finanziell gescheiterte Existenzen – Legastheniker – hässlich und zu dick – mit zu wenig Selbstbewusstsein.“ Die erste SMS sei „manchmal schwer zu lesen aufgrund schlechter Rechtschreibfähigkeiten“, aber „sie sind sehr schreibfreudig und pflegeleicht, wenn man Verständnis zeigt“.

Lohnendes Opfer auch der „Typ 4 – der Suchende – Mitte 30 bis über 60 Jahre“. Wenn „wir gut mit ihm umgehen, wird er uns lange erhalten bleiben“, vielleicht sogar „zum Stammkunden“. Für Typ 5, den „Fremdgänger“, und Typ 6, den „Sexkunden“, sei „Fingerspitzengefühl“ nötig, um sie im Chat zu halten. Typ 7, „der Skeptiker“, sei überzeugt, dass es sich um Geldschneiderei handele und die Chatpartner „nicht real“ seien. Dennoch sei er „mit ein bisschen Geschick“ vom Gegenteil zu überzeugen – „je skeptischer, desto leichter“. Typ 1 und Typ 2, „der Geizige – Mitte 20 bis Mitte 30 Jahre“, seien dagegen „so gut wie aussichtslos“ – Typ 1 sei oft zu jung, Typ 2 „sucht ein schnelles Date“, will aber kein Geld ausgeben und gleich die private Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Genau dies aber sollen die Animateure mit allen Tricks und Ausflüchten verhindern.


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