Archive for Januar 31st, 2010

Was sich in Deutschland bereits erfolgreichen bewährt hat, wird von den 0900 Abzockern jetzt deckungsgleich in der Schweiz praktiziert. In unserem Nachbarland werden gerade Mensch glücklich gemacht, denn Andreas Schmidt, so heißt der künstliche Kollege, ruft tausende von Schweizern an und beglückwünscht diese im Namen von WinnerStar24 zum Gewinn eines nagelneuen BMW Coupe.

Eigentlich dürfte es genaugenommen nur einen Gewinner geben, aber damit nehmen es die Telefonabzocker nicht so genau. Doch bevor der Angerufene wirklich zu denken beginnt, fragt Andreas Schmidt nach den persönlichen Daten, denn sonst könnte der vermeintliche Gewinn ja nicht abgeholt werden. Was aber jeden stutzig machen sollte, Andreas ruft mit unterdrückter Nummer an, was ja bekanntlich seit kurzem verboten ist. Aber hören wir der Bandansage weiter zu. Andreas erzählt und erzählt und nach wenigen Minuten der vorgespielten Freude kommt Andreas auf den Punkt. Er teilt nämlich jetzt die Rufnummer mit, wo man sich melden müsste, wenn man seinen Gewinn, den super tollen BMW, in Empfang nehmen wolle. Schön langsam nennt er die Zahlen der Rückrufnummer, damit ich alles mitschneiden kann, wird mir die Kontaktnummer angesagt, 09 00 573 97 51.

Als Profi erkenne ich schnell, um was für eine Telefonnummer es sich hier handelt, nämlich um eine gebührenpflichtige mit einem teuren Tarif. Pro Minute werden 1,99 Euro fällig. Gefahr erkannt und gebannt. Trotzdem ließ ich die Computerstimmer von Andreas seinen Salm weiter aufsagen. Einen Rückruf habe ich nicht ausgelöst, dieser würde nicht zu einem BMW führen sondern eher zu einer hohen Telefonrechnung.

Wer schenkt dir heute schon einen BMW oder Audi? Niemand!

Informationen über den Betreiber der Hotline:

Krankenkassen Auskunft
Verbind.z.allen Kassen e.V.
Haselstr. 9
5400 Baden
SCHWEIZ

Es scheint wohl eine Briefkastenfirma zu sein!

Callcenter müssen 500.000 Euro Strafe zahlen

Posted by stucki On Januar - 31 - 2010

Die Bundesnetzagentur hat gegen mehrere Callcenter und deren Auftraggeber hohe Geldstrafen verhängt. Die Unternehmen hatten verbotene Telefonwerbung durchgeführt, Telefonkunden ohne deren Zustimmung mit Werbung belästigt. Behördenchef Kurth droht weitere Verfahren an.

Bonn – Insgesamt 500.000 Euro an Bußgeldern müssen mehrere Callcenter und deren Auftraggeber zahlen. Verhängt wurden die Strafen wegen verbotener Telefonwerbung von der Bundesnetzagentur. Der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Matthias Kurth, sagte am Freitag in Bonn: “Wir setzen mit diesen Bußgeldern ein deutliches Signal, dass wir Rechtsbruch nicht tolerieren.”

Es ist das erste Mal, dass die Netzagentur Verstöße gegen das Verbot der unerlaubten Telefonwerbung ahndet. Seit dem 4. August vergangenen Jahres gelten in Deutschland Werbeanrufe ohne Einwilligung des Angerufenen und Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer als Ordnungswidrigkeiten. Die schwarzen Schafe der Branche hat das bislang nicht davon abhalten können, Verbraucher per Telefon zu belästigen.

“Das ersichtliche Desinteresse einiger Unternehmen am seit langem gesetzlich bestehenden Verbot unerlaubter Telefonwerbung ist nicht akzeptabel. Die Vorschriften zu telefonischen Werbeanrufen gelten ohne Ausnahme”, sagte Kurth. Auch die Auftraggeber von Telefonwerbung könnten sich dabei nicht aus der Verantwortung stehlen. “Sie verhalten sich rechtswidrig, wenn sie telefonische Werbekampagnen durchführen lassen, ohne über die erforderliche ausdrückliche und wirksame Einwilligung der Verbraucher in Telefonwerbung zu verfügen”, betonte Kurth.

Behörde ist auf Hinweise der Verbraucher angewiesen

In den vorliegenden Fällen stammten die Auftraggeber aus der Telekommunikations-, der Medien- und der Lotteriebranche. “Ich appelliere mit Nachdruck an alle Werbenden – Auftraggeber wie Callcenter – sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Ausflüchte lassen wir nicht gelten”, sagte der Behördenchef. Bei Verstößen gegen das Verbot der unerlaubten Telefonwerbung kann die Bundesnetzagentur nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängen.

Den gegenwärtigen Bußgeldbescheiden waren langwierige Ermittlungsarbeiten vorausgegangen. Dabei profitierte die Behörde von den Hinweisen betroffener Verbraucher. “Von Juli bis Dezember 2009 gingen hier allein wegen unerlaubter Telefonwerbung über 28.000 Beschwerden ein. Zahlreiche Ermittlungen laufen noch”, sagte Kurth.

Die Bundesnetzagentur kann gegen unerlaubte Telefonwerbung allerdings nur dann eingreifen, wenn ihr die Verstöße detailliert und nachvollziehbar angezeigt werden. Notwendig seien genaue Informationen über das Datum, die Uhrzeit des Anrufs sowie die gegebenenfalls angezeigte Rufnummer. Für die Ermittlungsarbeit seien zudem – sofern bekannt – konkrete Namen der Anrufer, beworbene Produkte und Dienstleistungen sowie Informationen über das anrufende oder werbende Unternehmen hilfreich, betonte die Behörde. Da Anzeigenerstatter unter Umständen auch als Zeugen angehört werden müssen, benötigt die Bundesnetzagentur außerdem die vollständigen Adressdaten des Beschwerdeführers.

Callcenter Teil eines dubiosen Firmengeflechts

Posted by stucki On Januar - 31 - 2010

Bielefeld/Paderborn – Es begann mit der freundlichen Floskel: “Sie nehmen doch an einem Gewinnspiel teil.” Die Menschen hofften auf einen Preis – und mussten zahlen. Nachdem Mitarbeiter die Bankdaten der Angerufenen erschlichen hatten, wurde Geld abgebucht. Nun ermittelt, wie berichtet, die Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität wegen Betrugs gegen vier Betreiber von Callcentern in Bielefeld und Paderborn.

“Es gibt eine Vielzahl von Geschädigten”, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann. Da stets nur 50 Euro – teils mehrfach – ergaunert wurden, sei der Ermittlungsaufwand bei einer sechsstelligen Betrugssumme erheblich.

Die Unternehmen sollen nach Informationen der Neuen Westfälischen ihren Sitz am Hoppenhof in Paderborn haben. Aktuell sei der Schwerpunkt der Aktivitäten in Bielefeld. Bei den Beschuldigten soll es sich um zwei Männer und eine Frau aus Paderborn und den Schweizer Markus W. handeln. Letzterer ist offenbar bereits mehrfach durch zweifelhafte Geschäfte aufgefallen.

Im Internet wird etwa auf antiabzockenet.blogspot.com und danielgrosse.com darauf hingewiesen. Die Paderborner Firmen gehörten zu einem Unternehmensgeflecht, das wiederholt im Zusammenhang mit dubiosem Telefonmarketing und unerlaubten Abbuchungen auftauche. Auf die Vorwürfe angesprochen, dementierte einer der Betroffenen die Durchsuchung – und legte auf.


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