Derzeit beschweren sich viele Brandenburger über unerwünschte Anrufe, E-Mails und Briefpost zu Gewinnspielen.
Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg warnt: “Durch unlautere Werbung per Telefon, Post und E-Mail entlocken die Anrufer trickreich persönliche Daten und unterstellen später einen Vertragsabschluss!” Herr H. aus Erkner ist empört: Ein “Winn Club” aus Berlin begrüßt ihn schriftlich mit einem Gewinnspiel-Abo und angeblicher Geld-zurück-Garantie für 49 €/Monat. Er werde bei mindestens 200 der besten Gewinnspiele Deutschlands angemeldet und man plane bereits den Einzug des Monatsbeitrags von seinem Konto. Doch Herr H. kennt den Club gar nicht, hat daher auch kein Abo abgeschlossen und schon gar nicht seine Bankdaten preisgegeben. Er untersagt der Firma per Einwurf-Einschreiben sofort die Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten sowie unberechtigte Abbuchungen von seinem Konto. Außerdem solle die Firma ihm mitteilen, woher sie seine Bankdaten habe.
Noch dreister ging die Firma Profi Play aus München bei Frau G. aus Bergfelde vor: Sie wollte der Verbraucherin ein Gewinnspiel-Abo für 59,90 €/Quartal unterschieben. Wenn sie die Kündigung des zunächst kostenfreien Abos verpasse, so die Anrufer, müsse sie zahlen. Zur Sicherheit würden sie aber noch einmal anrufen, um die Kündigungsabsicht von Frau G. sowie die dann persönlich angesagten Bankdaten aufzuzeichnen. Pech nur, dass Frau G. die Abzocke erkannte und nicht auf die Offerte einging. Sicherheitshalber beobachtete sie ihr Konto, um unrechtmäßige Abbuchungen rechtzeitig zurück buchen zu können.
Frau H. aus Potsdam erhielt die Gewinnnachricht per E-Mail. Eine Goldfly GmbH & Co. KG aus Paderborn teilt ihr darin mit, dass sie erfolgreich an einem Internet-Gewinnspiel teilgenommen und eine achttägige Flugreise in die Türkei gewonnen habe. Sie solle ihren Gewinn bis zum 18. Januar 2010 unter dem genannten Link anmelden und sich später abmelden, wenn ihr die dortigen Angebote nicht zusagen. Dazu Juristin Sabine Fischer-Volk: “Das ist ganz klar Kundenfang mit trickreich untergeschobenen Verträgen! Verbraucher sollten solche Verträge vorsorglich per Einwurf-Einschreiben widerrufen und der Verwendung ihrer persönlichen Daten widersprechen.”
Seit August 2009 müssen Firmen, die Werbeanrufe ohne ausdrückliche Einwilligung der Verbraucher tätigen, mit empfindlichen Bußgeldern bis hin zu einer Abschaltung ihrer Rufnummern rechnen.
Daher sollten Betroffene auf jeden Fall die Rufnummer, Datum, Rufzeit und Inhalt notieren und sich bei der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de beschweren. Sie können auch das Formblatt der Bundesnetzagentur benutzen: http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/16640.pdf