BNETZA jammert hilflos gegen 0900-Telefonbetrüger

Posted by stucki On August - 3 - 2010

Die Zahl der Betrügereien mit 0900-Mehrwertnummern wächst ständig. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur (BNETZA) hervor. Das Thema der Telefonbetrügereien ist derzeit auch ein wichtiges Leitthema bei der Süddeutschen Zeitung.

In einem der Zeitung vorliegenden Bericht beklagt die BNETZA, dass angeblich die Staatsanwälte und die Justiz zu selten durchgreifen. Selbst bei Massenfällen finde “faktisch keine Strafverfolgung statt”.

Auch die Zahl betrügerischer Gewinnanrufe mittels Sprachcomputern nehme zu. An die Hintermänner sei angeblich nicht heranzukommen, die Firmen säßen angeblich im Ausland, vorzugsweise auf dem Balkan. Dort seien Bußgelder nicht zu vollstrecken.

Innerhalb von vier Monaten seien ca. 35.000 Beschwerden wegen derartiger Betrügereien bei der Bundesnetzagentur eingegangen. In wievielen Fällen die Bundesnetzagentur Anzeigen bei deutschen Staatsanwälten erstattet hat, wurde freilich nicht bekanntgegeben. Im Regelfall verhängt die BNETZA nach ausgiebiger und gründlicher Prüfung der Fälle, womit gut und gern mindestens eine einmonatige Zeit verstreicht, zwar ein nachträgliches Rechnungslegungs- und Inkassoverbot. In den Bescheiden an die Beschwerdeführer ist jedoch nie davon die Rede, dass Anzeige erstattet wurde.

Quelle und vollständiger Bericht Antispam

Abzocke per Telefon aus Südafrika

Posted by stucki On Juli - 10 - 2010

Tausende Schreiben der Firma FVK (Finanz Verwaltungs Kanzlei) aus Kapstadt – Südafrika landen dieser Tage in den Briefkästen der Verbraucher Schleswig-Holsteins. Darin wird mitgeteilt, man hätte ein Sparbuch mit mehreren Tausend Euro gewonnen, das nur noch übergeben werden müsse.

Zur Abwicklung der Übergabe seien lediglich ein paar Formalitäten zu regeln. Da man die Unterlagen bereits im Vorfeld bearbeitet hätte, wäre nur noch ein Telefonat laut “Vergabe-Bedingung” erforderlich. Und hier ist der Haken an der Sache: Es kann nämlich nicht eine “normale” Ortsrufnummer angerufen werden, sondern lediglich eine 0900er-Nummer, die pro Minute mit mindestens € 2,99 zu Buche schlägt.

Diese Gewinnmitteilung dient also augenscheinlich nur dazu, dass Verbraucher eine überteuerte Hotline anrufen. Ob es jemals zu einer Übergabe kommt, ist nicht bekannt und wohl auch eher unwahrscheinlich.

Durch besonders aufwendige und kostspielige Gestaltung der Briefsendung wird der Eindruck höchster Wichtigkeit, Vertraulichkeit und Eilbedürftigkeit vermittelt. Das soll den gesunden Menschenverstand ausschalten. Selbst wenn die Ansprache persönlich und mit Vornamen erfolgt, handelt es sich um tausendfach versendete Massenware.

Das Schreiben kann also getrost entsorgt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Es wird gerade ein TV-Beitrag für das „RTL-Mittagsjournal Punkt 12“ zum Thema „Oma-Abzocke am Telefon“ vorbereitet. Hierfür sucht MeWorks.TV einen Insider, der in einem Callcenter gearbeitet hat und Glücksspiele verkauft hat. Die Person sollte sich offen filmen lassen.

Wenn jemand von euch in der Branche tätig war und die Verbraucher aufklären möchte, bitte eine E-Mail an stucki@telefon-abzocke.de. Ich werde die E-Mail dann an die Redaktion weiterleiten und sie wird sich mit euch in Verbindung setzen.

09005673510 und 09005890940 Lara Stern Gewinn

Posted by stucki On Mai - 22 - 2010

Soviel zu dem Thema die Bundesnetzagentur hätte sämtliche 0900 Abzocknummern der Spaßfirma aus Italien abgeschaltet. Da geht am Freitag nach dem Feiertag die Meldung rum, dass sämtliche 0900 Nummern abgeschaltet worden seien und dann Pußtekuchen, es tauchen wieder neue 09005 Servicenummern auf. Einfach unglaublich.

Warum wird hier nicht durchgegriffen und auch der Netzbetreiber, der die 0900 Nummer schaltet, ordentlich belangt? Echt eine Frechheit.

Die Polizeidirektion Westsachsen warnt vor einer neuen Betrugsmasche per Telefon. Wie die Beamten mitteilten, gibt es zur Zeit Anrufe, in denen ein männlicher Anrufer „Millionen, Häuser, Autos“ offeriert. Wie die Beamten aus eigener Erfahrung berichten, gehe der Interviewer freundlich Frage für Frage durch. Für die offerierte Million sei allerdings eine Bearbeitungsgebühr von 44 Euro nötig. Die Polizei warnt daher, bei entsprechenden Anrufen keinesfalls die eigene Kontonummer anzugeben, sondern das Gespräch zu beenden.

Gleiches tat laut Meldung übrigens auch der Anrufer, als er erfuhr, dass er einen Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion Westsachsen am Hörer hatte.

Quelle: Leipziger Volkszeitung – online

Gewinnspielabzocker “Euro Glück Plus” gestoppt

Posted by stucki On Mai - 11 - 2010

Die Münchener Munich Line GmbH, einer der vielen Player in der dubiosen Gewinnspielszene, kassierte kürzlich vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung. Anlass war einer der vielen Gewinnspielanrufe, die bei der Kanzlei Richter Berlin Ende 2009 auf einer ganz bestimmten, unveröffentlichten Rufnummer einging.

“Frau Huber” von “Euro Glück Plus” war eine von vielen unerbetenen Gewinnspielanrufern Ende 2009, die meinte, versuchen zu müssen, die Kanzlei Richter Berlin mittels Kündigungsmasche über den Tisch zu ziehen. Da bei Geschäftsführer Herrn Vucak die Einsicht eher langsam zu reifen schien, ließ er auf Aufforderung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung wegen unerbetener und anonymer Telefonwerbung mitteilen, die Munich Line GmbH werde die geforderte strafbwehrte Unterlassungserklärung “in dieser Form” nicht abgeben und zog es vor, nicht weiter zu reagieren. Ach ja, großzügig teilte man mit, man habe die verwendeten Daten gelöscht. Auskunft über die Quelle der Daten? Fehlanzeige!

Nun denn, dann also zu Felde, d. h. zum LG München I. Dies erließ eine einstweilige Verfügung wegen unerbetener und anonymer Werbung.

Quelle und vollständiger Bericht: Kanzlei Richter

Vorsicht fast 400 Euro für einen Download

Posted by stucki On Mai - 5 - 2010

Das Angebot: Es gibt zwei Handys der Marke Nokia 5230 mit Navi-Funktion kostenlos, dazu ein Gesprächsguthaben in Höhe von 50 Euro und einen Vertrag mit einer effektiven Grundgebühr, wie der Anbieter schreibt, in Höhe von 2,79 Euro im Monat. Die monatliche Grundgebühr ist zwar deutlich höher, dafür bekommt A. aber Freiminuten und freie SMS, die sie über den Monat verbrauchen kann.

Die beiden Smartphones sind als Internethandys ausgelegt. Den gesamten Funktionsumfang kann Andrea nur sinnvoll nutzen, wenn die Handys eine Online-Verbindung aufbauen. Und genau hier versteckt sich die Kostenfalle: Der von HandyHandy vermittelte und von Talkline angebotene Vertrag verursacht Online-Kosten, die bis zum 100fachen höher liegen, als bei günstigen Alternativ-Anbietern. So kommt es, dass das einfache Softwareupdate eines gerade gelieferten Handys mit Verbindungskosten in Höhe von knapp 400 Euro zu Buche schlägt.


Gewinnspielbetrüger wegen 0190er Abzocke angeklagt

Posted by stucki On Mai - 4 - 2010

Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Offenburg jetzt Betrugsanklage gegen die Lahrer Versandunternehmer Rolf und Dirk Oberle erstattet. Sie sollen mit Gewinnversprechen und Telefonabzocke über 0190er-Nummern Millionen abkassiert haben.

Die Ortenau war über Jahre so etwas wie das El Dorado der Gewinnspiel-Szene. Die ODD in Schutterwald, die MCD in Offenburg und die Oberle AG – alle drei mit Dutzenden von Tochterfirmen – haben offensichtlich bundesweit Millionen von Verbraucher über den Tisch gezogen und satte Gewinne gescheffelt Die juristische Aufarbeitung wird vermutlich noch Jahre in Anspruch nehmen.
Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Roland Stumpp auf Anfrage der Mittelbadischen Presse bestätigt, sind die Ermittlungen gegen Vater und Sohn Oberle nach rund vier Jahren abgeschlossen. Die Aktenberge liegen jetzt bei der Großen Strafkammer des Landgerichts Offenburg.

Angeklagt sind die beiden Versandunternehmer unter dem Verdacht des »gemeinschaftlich verübten Betrugs in 14 Fällen«. Es geht um 14 Tatkomplexe des immer gleichen Strickmusters im Zeitraum zwischen Ende November 2001 und Mitte 2002. Wie der Chef der Offenburger Staatsanwaltschaft erläutert, erhielten in diesem Zeitraum eine sechsstellige Zahl von Empfängern in Deutschland sogenannte Mailings mit einer Gewinnbenachrichtigung und dem Hinweis, sich sofort telefonisch zu melden.

Wer in der Hoffnung auf den Geldsegen die 0190er-Mehrwertnummer wählte, wurde in der Warteschleife von einem Sprachcomputer »ausgehungert«. Die Kosten pro Minute von rund zwei Euro summierten sich durchschnittlich auf etwa acht Euro pro Gespräch
Stumpp: »Tatsächlich wurde in keinem einzigen Fall ein Gewinn ausbezahlt.« Trotz des vergleichsweise niedrigen Schadens im Einzelfall hat die Ermittlungsgruppe der Landespolizeidirektion Freiburg errechnet, dass allein in dem angeklagten Zeitraum von rund sieben Monaten 3,5 Millionen Euro Erlös erzielt wurden.

Quelle und vollständiger Bericht: Baden Online

In der heutigen Sendung von Frontal wird das Thema Telefonabzocke behandelt. Gerade in den letzten Monaten wurde immer dreister mit kriminellen Methoden agiert. Daran hatten auch die Veröffentlichungen zum Wiener Karussell nichts viel geändert. Erst durch die Razzien von Polizei und Staatsanwaltschaften bei diversen Call-Centern und deren Betreibern kam Unruhe in der Branche auf. Ein Vorgeschmack auf den Inhalt der Sendung findet man bereits auf der Webseite des ZDF.

Betrüger am Telefon locken ihre Opfer seit Jahren immer wieder in die gleiche Falle – und die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde schaut meist tatenlos zu oder reagiert zu spät, kritisieren Verbraucherschutzverbände. Nach Frontal21-Recherchen sind es auch fast immer die gleichen Täter, die arglose Verbraucher mit falschen Gewinnversprechen abkassieren.

Eine Masche unter vielen: Die Telefonbetrüger rufen wahllos hunderte oder tausende Bürger an und locken mit Gewinnversprechen in Form von Luxusautos, einer Traumreise oder Bargeld zum Rückruf teurer 0900-Nummern. Die Täter verdienen mit jedem Anruf. Versprochene Gewinne existieren nicht.

Dariusz Kogut vom Verbraucherschutzverein Antispam e.V. verfolgt seit Jahren das Treiben der Abzocker am Telefon. Es seien meist Wiederholungstäter, so Kogut. Wird ihre Betrugsmasche entdeckt, tauchten sie unter anderen Namen und Firmenbezeichnungen wieder auf. Zu befürchten hätten sie wenig. “Es wird insbesondere von den Behörden, den Gerichten und Staatsanwaltschaften zu wenig unternommen”, beklagt Kogut deutsche Verhältnisse. In Österreich oder Großbritannien würden Behörden Gewinnspielbetrügern wesentlich rigoroser das Handwerk legen.

Verbraucherschützer kritisieren vor allem die Bundesnetzagentur. Sie ist Hüterin über alle 0900-Nummern, die von den Betrügern als teure Abzocknummern benutzt werden. Die Behörde könne durchaus Telefonkunden vor Betrug schützen.

Auch ganze Ketten von Abzockerfirmen, die mit Briefsendungen, Prospekten, Internetportalen und eigenem Inkasso arbeiten und per Telefon ihre Dienste anbieten, bleiben meist unbehelligt. Eine von wenigen Ausnahmen: Nach über dreijähriger Ermittlung konnte die Staatsanwaltschaft Osnabrück in diesem Jahr einen seltenen Erfolg melden. Nach Anzeige durch einen Polizeibeamten im Jahr 2006 wurde schließlich ein Abzockerring unschädlich gemacht und die Betrüger konnten angeklagt werden.

Alexander Retemeyer von der Osnabrücker Staatsanwaltschaft nennt Zwänge der Strafverfolger: Im Einzelfall sei die Schadenssumme als Anreiz zur Verfolgung oft gering. Viele tausend Geschädigte seien außerdem schwer zu ermitteln, und es sei technisch kompliziert, den oft international operierenden Tätern auf die Schliche zu kommen. Im Osnabrücker Fall halfen die Verbraucher mit. “Glücklicherweise hatte es zahlreiche Beschwerden von Kunden gegeben”.

Quelle und vollständiger Bericht: ZDF – Frontal21

Schlag gegen die Lotto- und Gewinnspielmafia

Posted by stucki On April - 15 - 2010

Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Essen gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, hat die Sonderkommision Teleflachs in einer großangelegten Aktion mehrere Call-Center durchsucht, zahlreiche Tatverdächtige festgenommen und Werte von rund 6,4 Millionen Euro sichergestellt.

Nach mehrmonatigen Ermittlungen nahm die Polizei am 13. April 64 Männer und Frauen fest.

Seit September 2009 ermittelt die EK Teleflachs gegen die mutmaßliche Betrügerbande.
Die hierarchisch gegliederte Gruppe gaukelte angerufenen Personen am Telefon vor, in der Vergangenheit an Gewinnspielen teilgenommen zu haben. Diese Teilnahme sei bisher kostenlos gewesen. Für die Zeit bis zu einer etwaigen Kündigung würden jetzt allerdings Gebühren anfallen.
Allein in den letzten sieben Monaten ließen sich über 80.000 Personen bundesweit von dieser Masche täuschen. Die Call-Agents brachten die Betrogenen dazu, zur Begleichung der unberechtigten Forderungen ihre Kontodaten preiszugeben.
So ergaunerte die mutmaßliche Betrügerbande seit Bestehen der Ermittlungskommission etwa 10 Millionen Euro.

In Essen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg vollstreckten die eingesetzten Beamten gestern Haftbefehle gegen die drei Haupttatverdächtigen (männlich, 35, 36,39) und durchsuchte deren Wohnungen. Neben Durchsuchungen in Aachen, München, Berlin und Montabauer durchsuchte die Polizei zeitgleich zehn Wohnungen und Geschäftsräume in Essen.
61 Mitarbeiter eines Callcenters in der Essener Innenstadt wurden vorläufig festgenommen. Im Anschluss an ihre Vernehmung und eine erkennungsdienstliche Behandlung konnten sie entlassen werden.
Im Zuge der Gewinnabschöpfung konnten bisher Werte in Höhe von zirka 6,4 Millionen Euro gesichert werden.

Quelle und vollständiger Bericht: Polizei NRW / Presseportal




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